Föderalismus-Preis 2019 geht an Mathias Eller und Jakob Eder

Der Preis für Föderalismus- und Regionalforschung 2019, ausgeschrieben von den Landtagspräsidentinnen und -präsidenten der österreichischen Bundesländer und Südtirols sowie dem Institut für Föderalismus, wird an Mathias Eller von der Universität Innsbruck und an Jakob Eder von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften verliehen. Die beiden Preisträger konnten sich in einem hochkarätigen Teilnehmerfeld gegen zwölf weitere Bewerberinnen und Bewerber durchsetzen. Besonders erfreulich war neben der hohen Teilnehmerzahl die Internationalität der Einreichungen: Die insgesamt 14 Bewerbungen kamen aus sieben verschiedenen Ländern.

Mathias Eller
Mathias Eller ist derzeit Universitätsassistent am Institut für Öffentliches Recht, Staats- und Verwaltungslehre der Universität Innsbruck und absolviert ein Verwaltungspraktikum am Amt der Tiroler Landesregierung. Er hat im März 2019 das Doktorratsstudium der Rechtswissenschaften sowie im September 2016 das Diplomstudium Wirtschaftsrecht an der Universität Innsbruck abgeschlossen. Den Föderalismuspreis2019 erhält er für seine rechtswissenschaftlichen Dissertation mit dem Titel „Mehr-Ebenen-Föderalismus in Österreich“. Im Fokus seiner Arbeit stehen die Gemeinden, die als dritte territoriale Ebene im österreichischen Bundesstaat eine – auch im Vergleich zu anderen Bundes- und Regionalstaaten – starke Stellung genießen. Während deren Kernaufgaben zweifelsohne der administrativen Staatsgewalt zuzurechnen sind, wird in der Dissertation primär der Frage nachgegangen, welchen Anteil die österreichischen Gemeinden an der Staatsgewalt der Gesetzgebung und der Gerichtsbarkeit haben. Mathias Eller beleuchtet damit einen wichtigen Aspekt föderaler und gewaltenteilender Systeme. Er beschreitet für Österreich, aber auch für darüberhinausgehende Fragestellungen Neuland und leistet mit seiner Dissertation einen wertvollen Beitrag zur nationalen und internationalen Föderalismusforschung.

Jakob Eder
Jakob Eder absolvierte das Bachelor- und Masterstudium der Geographie an der Universität Wien und an der Universität Oslo (ERASMUS-Aufenthalt), eine Spezialisierung erfolgte im Bereich der Bevölkerungs- und Wirtschaftsgeographie. Nach seinem Abschluss war er zunächst als Projektmitarbeiter am Institut für Demographie (VID) und am Institut für Stadt- und Regionalforschung tätig (ISR), ehe er Mitte 2016 für seine Promotion ganz an das ISR wechselte. Jakob Eder wurde für sein laufendes Dissertationsprojekt „Innovation in Zentrum und Peripherie in Österreich“, da sich aus mehreren Arbeiten zusammensetzt, ausgezeichnet. In seinen Arbeiten setzt er sich mit dem Thema Innovation aus der Perspektive der regionalen Entwicklung auseinander und geht der Frage nach, welche Möglichkeiten periphere Regionen haben, Innovation anzustoßen, um zu einer Verringerung des Abstandes zu Ballungsräumen zu kommen. In einem ersten Schritt untersucht der Autor die Verteilung der betrieblichen Forschungsausgaben und findet auch in peripheren Regionen teilweise unerwartet hohe Ausgaben für Forschung und Entwicklung, die entweder historisch oder auch mit gewissen Zufälligkeiten in der Entwicklung einzelner Betriebe zu begründen sind. Vor den größten Problemen, In-novation zu etablieren, stehen Regionen, denen die historischen Wurzeln fehlen und wo keine Unternehmen, die als Träger von Innovation fungieren können, vorhanden sind. Die Arbeit analysiert mit großem Praxisbezug ein Thema, das hohe Relevanz für große Teile des Landes aufweist.

Kurzfassungen der Arbeiten der Preisträgerin und der Preisträger finden Sie demnächst auf unserem Föderalismus-Blog.